Prof. em. Dr. Dr. h.c. Max Haas (1943–2018)

Nach kurzer schwerer Krankheit verstarb im Februar 2018 Max Haas, Prof. em. am Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Basel. Nach seiner Promotion mit einer Arbeit über byzantinische und slavische Notationen und Habilitation mit Untersuchungen zum Verhältnis zwischen Musiklehre und Scholastik im Mittelalter wurde Max Haas 1982 zum a.o. Prof. an der Universität Basel ernannt; an der Bar Ilan-Universität (Tel Aviv) und am Graduate Department der City University New York hatte Haas Gastdozenturen inne. 2015 wurde ihm als Anerkennung für sein wissenschaftliches Lebenswerk von der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln die Ehrendoktorwürde verliehen.

In seinem umfangreichen Forschungen zur Musik und zum Musikdenken im Mittelalter beschäftigte sich Haas mit Aspekten von Notation, Problemen von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, der mittelalterlichen Musiklehre im Kontext der Philosophie und dem Verhältnis der Musikanschauung des lateinischen Mittelalters zu arabischen und jüdischen Traditionen. Wegweisende Aspekte seiner Forschungen sind in seinem wissenschaftlichen opus magnum Musikalisches Denken im Mittelalter. Eine Einführung (Bern: Lang 2005, 22007) zusammengefasst.

Mit dem Tod von Max Haas verliert das Musikwissenschaftliche Seminar der Universität Basel eine wissenschaftlich herausragende und international hoch angesehene Persönlichkeit, die den Mittelalterschwerpunkt der Universität Basel über Jahrzehnte massgeblich geprägt hat.

Musikwissenschaft

Die Musikwissenschaft an der Universität Basel ist geprägt durch die beiden Schwerpunkte in der älteren und der neuen/neuesten Musikgeschichte, die je mit einer Professur vertreten sind. In eine durch Lehraufträge vielseitig ergänzten Lehrangebot wird damit die Musikgeschichte in ihrer ganzen Breite abgedeckt: von den Anfängen der schriftlichen Aufzeichnung im 9. Jahrhundert bis zur Gegenwart in ihrer Vielfalt von zeitgenössischer Kunstmusik bis zum Pop.



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