13Oct 2020
18:15

Ort:
Online

Öffentliche Veranstaltung, Gastvorlesung / Vortrag

MWS-Vortrag

Am 13. Oktober 2020 lädt das MWS zum Gastreferat von Melanie Wald-Fuhrmann (Max-Planck­-Institut für empirische Ästhetik) ein mit dem Titel: "Bis orat, qui cantat? Liturgie als ein heteronomer Rahmen für künstlerische Praktiken"

Dieser Vortrag findet aufgrund der aktuellen Situation online statt. Weitere Informationen bzgl. Durchführung und Zugang folgen baldmöglichst.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

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Lange, ehe sich der Begriff von Kunst oder gar die Idee ihrer Autonomie entwickelt haben, waren künstlerische Praktiken und Artefakte konstitutiver Bestandteil religiöser Rituale und hatten diesen funktional zu dienen. Dieser Zusammenhang ist in den Liturgien der christlichen Kirchen und massgeblich der römisch-katholischen bereits sehr früh und dann kontinuierlich reflektiert worden. Auf Grundlage des jeweiligen theologischen Verständnisses von Wesen und Sinn der Messe sowie psychologischer Annahmen sind ästhetische Ansprüche an die am Gottesdienst beteiligten Künste formuliert worden. Die Musik spielte dabei als die Kunst, die die Liturgie nicht nur schmückt, sondern selbst Teil der rituellen Abläufe ist, stets eine besondere Rolle.
Da die katholische Kirche auch im Kontext der vom Zweiten Vatikanischen Konzil angestoßenen Liturgiereform an dieser Tradition festhält, bietet es sich an, die vermuteten Zusammenhänge auch empirisch, konkret mit Methoden der Psychologie zu untersuchen. Einen solchen Ansatz verfolgen wir mit unserem Forschungsprojekt «Wirkungsästhetik der Liturgie», das ich in meinem Vortrag vorstellen werde.

Melanie Wald-Fuhrmann ist Direktorin der Musik-Abteilung am Max-Planck­-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt/M. Zuvor hatte sie nach Promotion und Habilitation an der Universität Zürich Professuren für Musikwissenschaft an der Musikhochschule Lübeck und der Humboldt-Universität zu Berlin inne.
Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen theoretische, historische und empirische Perspektiven auf die Musikästhetik, musikalische Semiotik (mit Fokus auf R. Wagner), Musik und Musikanschauung vom 15. bis 19. Jahrhundert sowie das klassische Konzert und Musikgeschmack.

Hier kommen Sie zum Flyer der Veranstaltung.


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