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DESCRIPTION:Die Anfänge der Hip-Hop-Kultur im Deutschland der 1980er Jahre
  scheinen schwer fassbar: Schnell gewinnt man bei der Recherche\, in Gespr
 ächen und Interviews mit den Akteur:innen der ersten Generation den Eindr
 uck eines Emergierens aus einer Fülle von biografisch gebundenen Einzeler
 eignissen – immer wieder werden unterschiedliche Startpunkte reklamiert\
 , andere Orte\, Konzerterlebnisse oder mediale Momente stark gemacht. Auf 
 der Suche nach einer Erklärung dieses Phänomens stiessen wir auf die Arb
 eit des aus Martinique stammenden Autors\, Theoretikers und Philosophen É
 douard Glissant. Seine theoretischen Konzepte\, vor allem das des Archipel
 s\, als Aneinanderreihung verschiedener\, unterirdisch miteinander verbund
 ener und von Wasser umflossener Inseln ohne Zentrum\, schienen uns hilfrei
 ch\, das Emergieren und unvorhergesehene In-Beziehung-Setzen scheinbar unv
 erbundener Elemente als kulturelle Werdens-Prozesse begreifbar zu machen.\
 \r\\nVor diesem Hintergrund zeichnet der Vortrag die Entwicklung der Hip H
 op-Kultur in Deutschland nach. Im Mittelpunkt steht dabei\, wie sich aus d
 en vielen Geschichten allmählich eine gemeinsame kulturelle Erzählung ar
 tikulierte. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Bedeutung des Hip Hop fü
 r die Kinder der so genannten ‹Gastarbeiter›. Für diese Jugendlichen 
 und jungen Erwachsenen fand so etwas wie eine «natürliche Identifikation
 » statt\, d.h. eine unmittelbare Passung der kulturellen Praktiken des Hi
 p Hop aus den USA für die Artikulation der eigenen Situation\, die sich a
 ls Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen Herkunftsgeschichten und der A
 nerkennung hybrider\, postmigrantischer Identitäten beschreiben lässt. M
 it Hip Hop fanden die Protagonist:innen eine eigene Stimme - auch eine pol
 itische: gegen den ab den 1990er Jahren in Deutschland wieder erstarkenden
  Rassismus.\\r\\nBiografie: Michael Rappe (*1964) ist Professor für Gesch
 ichte und Theorie der Populären Musik an der Hochschule für Musik und Ta
 nz Köln. Schwerpunkt seines wissenschaftlichen und publizistischen Arbeit
 ens ist die Auseinandersetzung mit der Geschichte\, der Ästhetik und den 
 soziokulturellen Bedingungen afrodiasporischer Musikkulturen. Er war Ko-Ku
 rator der Sonderausstellung «Styles – Hip Hop in Deutschland» des rock
 ’n’popmuseums Gronau. Darüber hinaus engagiert er sich im Bereich der
  Lehrerfortbildung (u.a. Goethe Institut\, Bundesverband Musikunterricht e
 .V.) und bietet als systemischer Berater (SG) Beratungen und Einzelcoachin
 gs im Bereich der persönlichen Berufswegeplanung an. Er ist Autor und Her
 ausgeber u.a. von «HipHop im 21. Jahrhundert» (Wiesbaden 2022) und «Ler
 nen nicht\, aber… – zur Tanz- und Lernkultur Breaking» (Münster 2023
 ). Weitere Publikationen und Informationen unter www.michael-rappe.de [htt
 p://www.michael-rappe.de].
X-ALT-DESC:<p>Die Anfänge der Hip-Hop-Kultur im Deutschland der 1980er Jah
 re scheinen schwer fassbar: Schnell gewinnt man bei der Recherche\, in Ges
 prächen und Interviews mit den Akteur:innen der ersten Generation den Ein
 druck eines Emergierens aus einer Fülle von biografisch gebundenen Einzel
 ereignissen – immer wieder werden unterschiedliche Startpunkte reklamier
 t\, andere Orte\, Konzerterlebnisse oder mediale Momente stark gemacht. Au
 f der Suche nach einer Erklärung dieses Phänomens stiessen wir auf die A
 rbeit des aus Martinique stammenden Autors\, Theoretikers und Philosophen 
 Édouard Glissant. Seine theoretischen Konzepte\, vor allem das des Archip
 els\, als Aneinanderreihung verschiedener\, unterirdisch miteinander verbu
 ndener und von Wasser umflossener Inseln ohne Zentrum\, schienen uns hilfr
 eich\, das Emergieren und unvorhergesehene In-Beziehung-Setzen scheinbar u
 nverbundener Elemente als kulturelle Werdens-Prozesse begreifbar zu machen
 .</p>\n<p>Vor diesem Hintergrund zeichnet der Vortrag die Entwicklung der 
 Hip Hop-Kultur in Deutschland nach. Im Mittelpunkt steht dabei\, wie sich 
 aus den vielen Geschichten allmählich eine gemeinsame kulturelle Erzählu
 ng artikulierte. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Bedeutung des Hip Ho
 p für die Kinder der so genannten ‹Gastarbeiter›. Für diese Jugendli
 chen und jungen Erwachsenen fand so etwas wie eine «natürliche Identifik
 ation» statt\, d.h. eine unmittelbare Passung der kulturellen Praktiken d
 es Hip Hop aus den USA für die Artikulation der eigenen Situation\, die s
 ich als Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen Herkunftsgeschichten und 
 der Anerkennung hybrider\, postmigrantischer Identitäten beschreiben läs
 st. Mit Hip Hop fanden die Protagonist:innen eine eigene Stimme - auch ein
 e politische: gegen den ab den 1990er Jahren in Deutschland wieder erstark
 enden Rassismus.</p>\n<p><strong>Biografie:</strong><br /> Michael Rappe (
 *1964) ist Professor für Geschichte und Theorie der Populären Musik an d
 er Hochschule für Musik und Tanz Köln. Schwerpunkt seines wissenschaftli
 chen und publizistischen Arbeitens ist die Auseinandersetzung mit der Gesc
 hichte\, der Ästhetik und den soziokulturellen Bedingungen afrodiasporisc
 her Musikkulturen. Er war Ko-Kurator der Sonderausstellung «Styles – Hi
 p Hop in Deutschland» des rock’n’popmuseums Gronau. Darüber hinaus e
 ngagiert er sich im Bereich der Lehrerfortbildung (u.a. Goethe Institut\, 
 Bundesverband Musikunterricht e.V.) und bietet als systemischer Berater (S
 G) Beratungen und Einzelcoachings im Bereich der persönlichen Berufswegep
 lanung an. Er ist Autor und Herausgeber u.a. von «HipHop im 21. Jahrhunde
 rt» (Wiesbaden 2022) und «Lernen nicht\, aber… – zur Tanz- und Lernk
 ultur Breaking» (Münster 2023). Weitere Publikationen und Informationen 
 unter <a href="http://www.michael-rappe.de">www.michael-rappe.de</a>.</p>
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