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SUMMARY:MWS-Vortrag
DESCRIPTION:Durch die herausragende Arbeit von Marina Ritzarev von 2004 bek
 am die Musik Russlands «vor Glinka» ein neues Gesicht. Sie räumte auf m
 it den Klischees\, die das 18. Jahrhundert politisch oder romantisierend i
 nstrumentalisierten. Diese scharfe Differenzierung steht bei Untersuchunge
 n dieser Art für andere Länder\, z. B. für die Ukraine\, noch aus. Hier
  sind zwei Komponisten exemplarisch\, die über Jahrzehnte zwischen Russla
 nd und der Ukraine hin- und hergezerrt wurden: Maxim S. Berezovsky (1745
 –1777) und Dmitry S. Bortniansky (1751–1825). Gemäß älterer Literat
 ur kopierten sie «nur» ihre italienischen Kollegen und das russische Idi
 om sei in ihrer Musik «noch nicht» vorhanden. Andererseits gab es aufgru
 nd ihrer ukrainischen Herkunft auch Versuche der nationalen Heroisierung\,
  die im Laufe der Zeit relativiert werden mussten. So kam – nicht zuletz
 t durch das 2017 in L’viv (Lemberg) stattgefundene Symposium Ex umbra in
  solem – Bewegung in den wissenschaftlichen Diskurs. Die internationale 
 Zusammenarbeit wird bereichert durch die Forschung an den lange verscholle
 nen Beständen der Berliner Sing-Akademie. Der Vortrag bietet somit eine B
 estandsaufnahme der Entwicklungen in den letzten Jahren\, die die Vielschi
 chtigkeit der Kulturbetrachtung des 18. und frühen 19. Jahrhunderts in de
 r Ukraine demonstriert.\\r\\nAm 7. Oktober 2018 um 19.30 Uhr spielt im Wil
 dt’schen Haus das Ensemble Musica Fiorita unter Daniela Dolci Werke aus 
 den Beständen der Berliner Sing-Akademie\, darunter Kompositionen von Ber
 ezovsky und Bortniansky.\\r\\n\\r\\nAngelika Moths studierte Cembalo\, Mus
 iktheorie sowie Musik-\, Kunst- und Islamwissenschaft und promoviert in Wi
 en.Von 2007 bis 2012 hatte sie eine Vertretungsprofessur für Theorie der 
 Alten Musik an der Hochschule in Bremen. Zurzeit ist sie Dozentin für The
 orie an der Hochschule in Zürich\, für Notation an der Schola Cantorum 
 Basiliensis und Lehrbeauftragte an der Universität Basel (Satzlehre und P
 aläographie) und Rostock (Aufführungspraxis). Sie leitete Wiederauffüh
 rungen der Opern Zenobia von Tommaso Albinoni (2008\, Damaskus) und Amazon
 ki von Józef Elsner (2015\, L’viv). Sie war Gastdozentin an der Musikho
 chschule/Universität Mainz und seit Wintersemester 2017/18 arbeitet sie a
 ls akademische Mitarbeiterin an der Universität Heidelberg.
X-ALT-DESC:<p> Durch die herausragende Arbeit von Marina Ritzarev von 2004 
 bekam die Musik Russlands «vor Glinka» ein neues Gesicht. Sie räumte au
 f mit den Klischees\, die das 18. Jahrhundert politisch oder romantisieren
 d instrumentalisierten. Diese scharfe Differenzierung steht bei Untersuchu
 ngen dieser Art für andere Länder\, z. B. für die Ukraine\, noch aus. H
 ier sind zwei Komponisten exemplarisch\, die über Jahrzehnte zwischen Rus
 sland und der Ukraine hin- und hergezerrt wurden: Maxim S. Berezovsky (174
 5–1777) und Dmitry S. Bortniansky (1751–1825). Gemäß älterer Litera
 tur kopierten sie «nur» ihre italienischen Kollegen und das russische Id
 iom sei in ihrer Musik «noch nicht» vorhanden. Andererseits gab es aufgr
 und ihrer ukrainischen Herkunft auch Versuche der nationalen Heroisierung\
 , die im Laufe der Zeit relativiert werden mussten. So kam – nicht zulet
 zt durch das 2017 in L’viv (Lemberg) stattgefundene Symposium Ex umbra i
 n solem – Bewegung in den wissenschaftlichen Diskurs. Die internationale
  Zusammenarbeit wird bereichert durch die Forschung an den lange verscholl
 enen Beständen der Berliner Sing-Akademie. Der Vortrag bietet somit eine 
 Bestandsaufnahme der Entwicklungen in den letzten Jahren\, die die Vielsch
 ichtigkeit der Kulturbetrachtung des 18. und frühen 19. Jahrhunderts in d
 er Ukraine demonstriert.</p>\n<p>Am 7. Oktober 2018 um 19.30 Uhr spielt im
  Wildt’schen Haus das Ensemble Musica Fiorita unter Daniela Dolci Werke 
 aus den Beständen der Berliner Sing-Akademie\, darunter Kompositionen von
  Berezovsky und Bortniansky.</p>\n\n<p><b>Angelika Moths</b> studierte Cem
 balo\, Musiktheorie sowie Musik-\, Kunst- und Islamwissenschaft und promov
 iert in Wien.<br />Von 2007 bis 2012 hatte sie eine Vertretungsprofessur f
 ür Theorie der Alten Musik an der Hochschule in Bremen. Zurzeit ist sie D
 ozentin für Theorie an der Hochschule in Zürich\, für Notation an der 
 Schola Cantorum Basiliensis und Lehrbeauftragte an der Universität Basel 
 (Satzlehre und Paläographie) und Rostock (Aufführungspraxis). Sie leite
 te Wiederaufführungen der Opern Zenobia von Tommaso Albinoni (2008\, Dama
 skus) und Amazonki von Józef Elsner (2015\, L’viv). Sie war Gastdozenti
 n an der Musikhochschule/Universität Mainz und seit Wintersemester 2017/1
 8 arbeitet sie als akademische Mitarbeiterin an der Universität Heidelber
 g.</p>
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