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SUMMARY:MWS-Vortrag
DESCRIPTION:Im frühen 20. Jahrhundert widmete sich die deutschsprachige Mu
 siktheorie zunehmend der Ausarbeitung von Theorien zur Melodie. Dabei fung
 ierte auffällig oft die Linie als metaphorisches Sinnbild oder graphische
 s Darstellungsmittel\, um Tonhöhenverläufe nachzuzeichnen und zu Einheit
 en zu verbinden. Dieses Bild wirft zugleich Fragen auf\, etwa nach der imp
 lizierten Übertragbarkeit zwischen auditiven und visuellen Wahrnehmungen\
 , ihrer Zeitlichkeit und der Kognition vergänglicher Prozesse. Der Vortra
 g spürt diesen Querverweisen an Hand ausgewählter Beispiele unter andere
 m aus den Theorien von Ernst Toch und Ernst Kurth nach und verortet sie im
  musikalischen Geschehen ihrer Zeit. Dies lässt eine methodische Neuausri
 chtung von Musiktheorie an Beiträgen aus der Gestaltpsychologie und Phän
 omenologie nachvollziehen und erschließt Parallelen zur Abstraktion und N
 eudefinition der Linie in den bildenden Künsten.\\r\\nSeit Anfang März 2
 021 hat Stephanie Probst eine Tenure-Track-Stelle in Musikwissenschaft an 
 der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien inne. Zuvor war
  sie Juniorprofessorin an der Universität zu Köln und als Postdoc an den
  Universitäten von Cambridge (ERC-Projekt „Sound and Materialism in the
  19th Century“) und Potsdam tätig. Ihre Dissertation (Harvard Universit
 y\, 2018) zeigt Wechselwirkungen von musiktheoretischen\, künstlerischen 
 und psychologischen Ansätzen in Theorien zur Melodie im frühen 20. Jahrh
 undert auf. Ein neues Projekt ist taktilen und mechanisch gestützten Verf
 ahren des musikalischen Schreibens und Lesens gewidmet\, etwa in Notations
 formen für blinde Musiker*innen\, auf musikalischen Schreibmaschinen\, Me
 lographen und Notenrollen für selbstspielende Klaviere.
X-ALT-DESC:<p>Im frühen 20. Jahrhundert widmete sich die deutschsprachige 
 Musiktheorie zunehmend der Ausarbeitung von Theorien zur Melodie. Dabei fu
 ngierte auffällig oft die Linie als metaphorisches Sinnbild oder graphisc
 hes Darstellungsmittel\, um Tonhöhenverläufe nachzuzeichnen und zu Einhe
 iten zu verbinden. Dieses Bild wirft zugleich Fragen auf\, etwa nach der i
 mplizierten Übertragbarkeit zwischen auditiven und visuellen Wahrnehmunge
 n\, ihrer Zeitlichkeit und der Kognition vergänglicher Prozesse. Der Vort
 rag spürt diesen Querverweisen an Hand ausgewählter Beispiele unter ande
 rem aus den Theorien von Ernst Toch und Ernst Kurth nach und verortet sie 
 im musikalischen Geschehen ihrer Zeit. Dies lässt eine methodische Neuaus
 richtung von Musiktheorie an Beiträgen aus der Gestaltpsychologie und Ph
 änomenologie nachvollziehen und erschließt Parallelen zur Abstraktion un
 d Neudefinition der Linie in den bildenden Künsten.</p>\n<p>Seit Anfang M
 ärz 2021 hat <strong>Stephanie Probst</strong> eine Tenure-Track-Stelle i
 n Musikwissenschaft an der Universität für Musik und darstellende Kunst 
 in Wien inne. Zuvor war sie Juniorprofessorin an der Universität zu Köln
  und als Postdoc an den Universitäten von Cambridge (ERC-Projekt „Sound
  and Materialism in the 19th Century“) und Potsdam tätig. Ihre Disserta
 tion (Harvard University\, 2018) zeigt Wechselwirkungen von musiktheoretis
 chen\, künstlerischen und psychologischen Ansätzen in Theorien zur Melod
 ie im frühen 20. Jahrhundert auf. Ein neues Projekt ist taktilen und mech
 anisch gestützten Verfahren des musikalischen Schreibens und Lesens gewid
 met\, etwa in Notationsformen für blinde Musiker*innen\, auf musikalische
 n Schreibmaschinen\, Melographen und Notenrollen für selbstspielende Klav
 iere.</p>
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