Playlist Frühjahrsemester 2023

Für die Playlist haben die Dozierenden der Lehrveranstaltungen am Musikwissenschaftlichen Seminar jeweils ein Musikbeispiel ausgewählt, das ihre Veranstaltung repräsentiert.

Viel Spass beim Reinhören!

Musik in Mitteldeutschland: Von Bach bis Tokio Hotel.

(J. S. Bach’s birthday March 21, 2014 · Canon ‘B-A-C-H’)

Kaum eine Region in Europa kann sich so vieler bekannter Komponist*innen rühmen wie Mitteldeutschland. Insbesondere im Grossraum Leipzig zeugen noch heute zahlreiche Denkmäler, Festivals und Musik(er)museen vom Traditionsreichtum in Sachen Musik, der von der Bach-Dynastie über Schütz und Händel, Schumann und Mendelssohn, Grieg und Reger bis zu den Prinzen und Tokio Hotel reicht. Das Seminar bietet einen Überblick über die mit diesen Namen verbundenen Musizierumgebungen damals und heute. Wir möchten u.a. der Frage nachgehen, wie es dazu kam, dass bestimmte Repertoires noch heute gepflegt werden und zu einer wichtigen Säule des Stadtmarketings geworden sind. Dabei wollen wir auch untersuchen und reflektieren, wie Musik, Musikinstrumente und Musikerbiographien in Museen ausgestellt werden und welche Vermittlungskonzepte sich damit jeweils verbinden. Das Seminar beinhaltet eine Exkursion, die uns Ende März nach Leipzig, Halle und Weissenfels führen wird.

Musikgeschichte 2.0?! Digitale Quellen, Konzepte und Methoden musikalischer Historiographie

(Ludwig van Beethoven / Lionel Yu: Klaviersonate Nr. 14 op. 27 Nr. 2, "Mondscheinsonate", Dubstep Remix)

Die Auswirkungen digitaler Transformationsprozesse stellen die Musikgeschichtsschreibung vor neue Fragen: Was sind digitale Quellen und wie werden sie in Archiven und Gedächtnisinstitutionen zugänglich gemacht? Welche Mittel werden in interaktiven Musikformen, Visualisierungen auf Youtube und immersiven Konzerterlebnissen eingesetzt? Und welche neuen Wege eröffnen sich für die Geschichtsschreibung: Wie werden Codierungen, historische Daten, neue Publikationsformate und kollaborative Arbeitsprozesse genutzt? Die LV geht diesen Fragen mit einem Blick auf die Digital Humanities und die Digital History anhand aktueller Beispiele nach, hinterfragt Potenziale der De-/Rekanonisierung, Demokratisierung und Open Science und fördert eine kritische Auseinandersetzung mit den zugrundeliegenden Konzepten musikalischer Geschichtsschreibungen.

Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen". Dramaturgische und performative Aspekte

(Die Walküre. Eine Einführung von Cornelius Meister. Staatsoper Stuttgart 2022)

Wagners «Der Ring des Nibelungen» wird auch beinahe 150 Jahre nach der Bayreuther Uraufführung ebenso engagiert wie kontrovers diskutiert. Im Seminar werden wir uns diesem Gesamtkunstwerk von unterschiedlichen Seiten nähern und Aspekte der Entstehung und Rezeption, der Musik, des Texts, der dramaturgischen Struktur und Wagners vorbereitende Schriften (z.B. Oper und Drama) studieren. Zudem sollen verschiedene Inszenierungen des Werkes vergleichend betrachtet werden.

Kategorien musikalischen Wissens im 19. Jh.

(Ferdinand Ries, Beethoven, Sinfonie Nr. 3 Es-Dur “Eroica”, Bearbeitung für Klavierquartett)

Am Beispiel des 19. Jahrhunderts, einer Zeit zwischen Kunstphilosophie, ‹Wissenschaft der Musik› und subjektiver Deutung, soll exemplarisch untersucht werden, in welchen unterschiedlichen Formen musikalisches Wissen dieser Zeit produziert, gestaltet und aufbewahrt wurde und wie wir uns dieses heute zugänglich machen können. Neben primären Quellen wie Notenmaterialien (Originalkompositionen, Ausgaben, Bearbeitungen, musikpädagogische Literatur) sind es Texte unterschiedlicher Gattungen (biographische und musikgeschichtliche Darstellungen, musikästhetische und musiktheoretische/musikanalytische Literatur, Kritiken etc., sowie Briefe, Tagebücher und schöne Literatur), die Wissen über Musik vermitteln. Aber auch Abbildungen, Denkmäler, Gebäude, Räume oder Musikinstrumente sind Objekte, in die direkt oder indirekt Wissen über Musik eingeschrieben ist. An einer Reihe von ausgewählten Beispielen werden wir gemeinsam rekonstruieren, welches Wissen über Musik uns diese Quellen überliefern und wie wir sie zum Sprechen bringen können.

Karl Nefs Passionen: Der erste Basler Ordinarius für Musikwissenschaft und Alte Musik

(James P. Johnson, «Charleston» 1923)

Im Jahr 1923 wurde der aus St. Gallen stammende Karl Nef (1873–1935), der schon seit 1912 am Basler Konservatorium lehrte, zum ersten ‘ordentlichen Professor’ für Musikwissenschaft an der Universität Basel ernannt. Sein Œuvre, das neben wissenschaftlichen Studien auch zahlreiche Konzertkritiken enthält, befasst sich schwerpunktmässig mit Fragestellungen zur Alten Musik. Im Seminar wollen wir uns also auf seine Spuren begeben: Welche Repertoires und Praktiken frühneuzeitlicher Musik waren vor 100 Jahren im Fokus des Interesses, unter welchen Gesichtspunkten und Bedingungen wurden sie untersucht, und wie haben sich die musikwissenschaftlichen Diskurse über historische Musizierpraktiken seit 1923 verändert? Das Seminar wird sich einerseits den publizierten Schriften Karl Nefs über Gegenstände aus dem Bereich der Alten Musik widmen und andererseits anhand seines Nachlasses in den UB-Sondersammlungen sowie im Staatsarchiv Basel-Stadt der Frage nachgehen, wie er seine musikwissenschaftliche Praxis in Lehre und Forschung unter den gänzlich analogen Bedingungen des frühen 20. Jahrhunderts gestaltete.

“Musik: Hören – Wahrnehmen – Analysieren” – Theoretische und Praktische Zugänge

(Nahre Sol: Autumn Leaves in the Styles of 10 Classical Composers)

Die Pianist und Komponistin Nahre Sol rekomponiert den berühmten Jazz-Klassiker «Autumn Leaves» im Stil von 10 Komponisten der Musikgeschichte. Das ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch äusserst gut gemacht. Denn Sol fängt viele der typischen kompositorischen Kniffs und Tricks der Komponisten ein.
Etwas ähnliches erwartet einen auch im Proseminar «Musik: Hören – Wahrnehmen – Analysieren». Wir werden uns in die verschiedenen Epochen, Genres und Stile der europäischen Musik einhören und uns dadurch einen Überblick über die wichtigsten Stationen und Entwicklungen der Musikgeschichte verschaffen.

Temples of Sound: Studios populärer Musik

(The Mototown Story)

Das Seminar folgt den Spuren einflussreicher Studios und Produzent*innen populärer Musik seit Beginn der Phonographie bis heute. Damit entsteht zugleich ein Panorama der Popgeschichte seit ca. 1900, das Studios entscheidend (mit-) geprägt haben. Wie sind Referenzaufnahmen für die grossen Stile der Popgeschichte entstanden? Wer sind die Akteure in einem Musikstudio? Von der mechanischen (19. Jhdt) über die elektrische Aufnahme (1920er Jahre), das Tonband (1940er), die Mehrspurtechnik (1950er/1960er), Sequencer, Drum-Machine und Synthesizer (1970er) bis hin zur digitalen Revolution und der Studio-Software im 21. Jhdt. beschäftigen wir uns mit medienkulturellen und studiotechnischen Zäsuren und Innovationen, die neue Möglichkeiten für die Aufnahme, Bearbeitung und Verbreitung von Musik schufen.

Musiktheorie 2: Von der Sequenz zur Mediantik

(A. Marcello / J.S. Bach: Adagio aus dem Concerto BWV 974)

“Musiktheorie 2” ist die Fortsetzung des "Musiktheorie 1"-Kurses im Herbstsemester. Im Zentrum steht der analytische Umgang mit durmoll-tonaler Musik. Der Schwerpunkt liegt nun bei Elementen der Harmonik zwischen J.S. Bach und Schumann, die wir anhand von Klaviermusik und Liedern erarbeiten werden. Einige Stichworte: Kadenz – Sequenz –  alterierte Akkorde – Modulation – Mediantik – Thementypen (Periode, Satz etc.) – Funktionstheorie.
Kursbegleitend wird ein wöchentliches Tutorat angeboten.

Von der Wolfsschulucht zur Teufelsmühle - Aspekte romantischer Harmonik

(Franz Schubert: "Die Stadt" (aus "Schwanengesang", D 957) Christophe Prégardien, Tenor / Andreas Staier, Fortepiano (1994))

»Die Romantik ist das Zeitalter, das sich in der Musik am stärksten in die harmonischen Wirkungen versenkte und, überall dem Wunder zugewandt, auch sie zu ihrer lebendigsten und farbigsten Entfaltung steigerte.« Der Befund, den Ernst Kurth 1920 in seinem epochalen Buch »Romantische Harmonik und ihre Krise in Wagners ›Tristan‹« formuliert hat, mag heute etwas blumig klingen, er ist sachlich jedoch höchst zutreffend geblieben. Die tonale Harmonik hat im 19. Jahrhundert einen tiefgreifenden Erweiterungsprozeß durchgemacht, der die Musiktheorie bis heute herausfordert. Dieser schönen Herausforderung wird sich der Kurs in der analytischen Arbeit an Stücken von Schubert, Chopin, Fanny Hensel, Liszt und Wagner stellen. Das Kursziel ist es, zu einem ›Baukasten‹ mit avancierten harmonischen Elementen des mittleren 19. Jahrhunderts zu kommen. Auf dem Weg dorthin dürfen die Analysen nicht in einem Akkordbestimmungsexerzitium steckenbleiben. Denn einerseits muß es stets um ein Verstehen der (meist kurzen) Stücke als Ganze gehen, da sich nur so der Stellenwert und das ›revolutionäre‹ Potential der neuen Harmonik für das Komponieren zeigt. Andrerseits werden sich – im Kontakt mit klassischen Autoren (Kurth) und mit neuen Ansätzen (Neo-Riemannian Theory) – ganz grundsätzliche Fragen stellen: Was läßt sich an einem harmonischen Sachverhalt überhaupt ›erklären‹? Und ist in der romantischen Harmonik nur eine »Krise« und letztlich ein Zerfall der alten, diatonisch-dominantischen Tonalität zu erkennen, oder lassen sich auch neue harmonische Ordnungsstrukturen aufzeigen?

 

 

Semesterplaylist

Die Playlist auf Youtube

Musik ohne Partitur. Analyse elektroakustischer Musik

[kein Musikbeispiel]

Sprechen über Musik und Klang ist eine der wichtigsten musikwissenschaftlichen Kompetenzen. Seit ihrer Entstehung als wissenschaftliche Disziplin hat die Musikwissenschaft Methoden für die Analyse von musikalischen Werken, resp. Produktionen anhand schriftlicher Notation entwickelt. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts, also seit die elektroakustischen Medien zur Musikproduktion eingesetzt werden, haben wir es zunehmend mit Produktionen zu tun, die über keine schriftliche Notation verfügen. Das Werk steht als eine Aufnahme und nicht als Partitur zur Verfügung.
Wie geht die Musikwissenschaft bei der Analyse in solchen Fällen vor? Welche Methoden zur Analyse elektroakustischer Musik und Kunst gibt es?
In dieser praktischen Übung werden wir Produktionen elektroakustischer Musik und Kunst analysieren, Texte zur Analyse und vorhandene Analysemethoden besprechen sowie neue entwickeln. Wir beschäftigen uns vorwiegend mit Produktionen aus der Anfangszeit der elektroakustischen Musik (Ende 1940 bis Ende 1950er Jahre). Neben neueren setzen wir uns auch mit zeitgenössischen Texten auseinander und verfolgen wie über die elektroakustische Musik zur Zeit ihrer Entstehung nachgedacht, wie über sie geschrieben wurde und welche Probleme und Aspekte als besonders herausfordern betrachtet wurden.

Schreiben einer musikwissenschaftlichen Proseminararbeit

[kein Musikbeispiel]

Das Tutorat ist als Begleitung zu den musikanalytischen Proseminaren konzipiert und begleitet die Studierenden auf dem Weg zu ihrer ersten Proseminararbeit. Verschiedene Themen des wissenschaftlichen Arbeitens wie Zitieren, Quellenkunde, Recherche, Referatmethodik, etc. sollen besprochen und vor allem eingeübt werden. Daneben können Themen, die in den zwei Proseminaren behandelt wurden, auf Wunsch  eingehender besprochen werden.

 

Fragen der Musikgeschichte II

[kein Musikbeispiel]

Die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik verstehen sich bis heute als Ort der argumentativen Auseinandersetzung über ästhetische wie aufführungspraktische Fragen aktueller Musik. Von Beginn an beinhaltete das Kursprogramm daher neben Instrumental- und Vokalkursen auch diskursive Formate (Vorlesungen, Gesprächskonzerte, Podiumsdiskussionen etc.), innerhalb derer um Positionen gerungen wurde. Dabei prallten nicht selten die verschiedenen Visionen einer Neuen Musik aufeinander. Der Kurs gibt einen Überblick über zentrale Momente dieser Debatten, die in den Anfängen der Ferienkurse massgeblich mit Figuren wie Theodor W. Adorno, Rudolf Kolisch, Heinrich Strobel, Hermann Reutter oder Hermann Scherchen, ab Mitte der 1960er Jahre mit Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez und Luigi Nono verbunden waren. Die Auseinandersetzung mit diesen historischen Kontexten bildet die Basis für ein Nachdenken über das aktuelle Darmstädter Musikschaffen und die Möglichkeiten einer zukünftigen Neuen Musik.
Die Übung vermittelt grundlegende Methoden musikwissenschaftlichen Arbeitens (Quellenkritik, Arbeit mit Primär- und Sekundärmaterialien inkl. Ton- und Videoaufnahmen) sowie künstlerischer Forschung und gibt einen Einblick in einige Arbeitsfelder der Musikwissenschaft (Historiographik, Rezeptions- und Wirkungsgeschichte). Am Ende des Kurses sollen die Studierenden in der Lage sein, Primär- und Sekundärmaterialien kritisch zu bewerten, eigene Fragestellungen zum Thema zu formulieren und nach wissenschaftlichen Standards mündlich und schriftlich zu behandeln. Zudem sollen Studierende für die Fragestellung sensibilisiert werden, in welchen Recherchekontexten die Verbindung von Musikpraxis als Forschungsmodus (künstlerische Forschung) mit traditionell wissenschaftlichem Arbeiten sinnvoll zur Anwendung kommen kann.

Aktuelle Forschungsfragen

[kein Musikbeispiel]

Im Kolloquium werden aktuelle Masterarbeiten, Dissertationsvorhaben und andere neuere Forschungsbeiträge in Verbindung mit der Professur für Neuere Musikgeschichte vorgestellt. Es besteht jeweils Gelegenheit zur intensiven Diskussion mit Forschenden aus dem genannten Arbeitsbereich.

Zwischen Einstimmigkeit und Mehrstimmigkeit. Analyse der Musik um 1500

[Kein Musikbeispiel]

Die Veranstaltung führt unter philologisch-analytischer und kulturgeschichtlicher Perspektive in die Musik der Renaissance ein. Wir konzentrieren uns dabei auf das Studium der Quellen und des Repertoires von Heinrich Isaak und verbinden unsere musikanalytischen Befunde mit relevanten kulturhistorischen Kontexten.

Neben der Arbeit mit historischen Quellen wird die kritische Lektüre neuer Sekundärliteratur, die Einarbeitung in aktuelle Methoden der Renaissance-Forschung und der musikalischen Analyse sowie die Probleme, vor die eine kritische Edition dieser Musik gestellt ist, im Proseminar thematisiert werden.

Harmonielehre II

[kein Musikbeispiel]

Das Tutoriat zur Übung dient einerseits zur Klärung von Fragen, die im Kurs "Harmonielehre" entstehen. Andererseits sollen Grundkenntnisse der Harmonielehre aufgefrischt und trainiert werden. Da in Kleingruppen gearbeitet wird, kann gut auf individuelle Bedürfnisse und Wünsche eingegangen weden.

Theorie und Praxis der Filmmusik

[kein Musikbeispiel]

Filmmusik sei immer dann am besten, wenn man sie nicht hört, heißt es; und überhaupt sei Film eine visuelle Kunst, deren wesentliche Mitteilungen von den Bildern ausgingen. Die deutschsprachige musik- und filmwissenschaftliche Literatur des 20. Jahrhunderts tat sich schwer mit ihrem Gegenstand, dessen Bedeutung sie ahnte, dessen ästhetische, dramaturgische und nicht zuletzt psychologische Beschaffenheit sich aber vielfach nicht mit gängigen Vorstellungen davon, wie (gute) Musik zu sein habe, vereinbaren ließ. Kein Wunder, dass beim deutschsprachigen Fernsehen die Filmtonspur noch bis zum Ende des 20. Jahrhunderts «Filmbegleitton» hieß.
Wer aber seine Vorstellung von einem holistischen Gegenstand wie Film von vornherein streng hierarchisch konstruiert, der wird das Eigentliche, das Spannende, Erregende und Gänsehaut verursachende am Film schwerlich gegriffen kriegen, denn in der Wahrnehmung des Publikums ist Film ein hochdynamisches multimodales Ereignis, für das nicht ein Sinn grundsätzlich wichtiger ist als ein anderer.
Ein gutes Jahrhundert lang hatten es Film und Musik schwer miteinander; in der akademischen Welt war eine Gleichwertigkeit verschiedener  ineinander verschränkter Künste nicht vorgesehen, während die Praxis der künstlerischen und speziell der musikdramaturgischen Arbeitsprozesse für die Gegenstandsbeschreibung nur eine geringe Rolle spielte.
Die Übung bietet eine grundsätzliche Orientierung im Dschungel der Konzepte, Systematiken und Beschreibungsansätze, sucht nach Funktionen der Musik im Film und nach den Wirkungen der Musik im filmischen Kontext. Ausgangs- und Bezugspunkt ist die praktische musikdramaturgische Arbeit an ausgewählten Kurzfilmen.

Jüdische Musik im 20. und 21. Jahrhundert

[kein Musikbeispiel]

Am Anfang des 20. Jahrhunderts entstand der Begriff „jüdische Musik“ im Umfeld des aufgeklärten Judentums zeitgleich mit der jungen Fachrichtung der Musikethnologie. Seither prägt uns eine wissenschaftliche Forschung, die sich ohne Eurozentrik und Vorurteile der Musik des Judentums zuwendet. Diese Entwicklung nehmen wir zum Ausgangspunkt für unsere Studien und Recherchen. Die Übung integriert individuelle Interessen und Themenvorschläge der Studierenden zu allen Bereichen jüdischer Musik.
Im Rahmen der Veranstaltung erhalten die TeilnehmerInnen einen Überblick über relevante Literatur und Klangdokumente. Zudem erfolgt eine Einführung in die grundlegenden Methoden der Musikethnologie, insbesondere der Feldforschung. Im Rahmen einer Exkursion in die Synagoge von Basel werden diese Methoden eingeübt.

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Jewish Music in the 20th and 21st Century
At the beginning of the 20th century, the term "Jewish music" emerged in the environment of enlightened Judaism at the same time as the young discipline of ethnomusicology. Since then, we have been shaped by scholarly research that addresses the music of Judaism without Eurocentrism or prejudice. We take this development as the starting point for our studies and research. The exercise integrates students' individual interests and suggestions for topics on all areas of Jewish music.
During the course, participants will receive an overview of relevant literature and sound documents. In addition, there will be an introduction to the basic methods of ethnomusicology, especially field research. These methods will be practiced during an excursion to the synagogue of Basel