Stefan Münnich, Doktorand am Musikwissenschaftlichen Seminar, empfiehlt:

Video Rautavaraa

Video Blacher

Streamingdienste nehmen einen immer größeren Stellenwert im Alltag und der Erfahrungswelt von Musikhörern ein. Was Spotify, iTunes, AmazonMusic & Co. (aber auch YouTube, Vimeo u.a.) auszeichnet, ist die permanente und oftmals (bis auf die persönliche Datenpreisgabe) unbeschränkte Verfügbarkeit sämtlicher Musik – soweit sie eingespielt, hochgeladen und verlinkt wurde. Den nahezu gesamten Konzert- und Studiobetrieb kann man sich so auf das heimische Endgerät holen und aneignen. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass eine solche Aneignung von dem impliziten Vertrauen abhängt, dass Musikfiles & Metainformationen in den digitalen Datenbanken korrekt hinterlegt sind. Welche Blüten auch nur der kleinste „Fehler in der Matrix“ treiben kann, zeigt der folgende Fast-Plagiats-Krimi, in dem Boris Blachers Concertante Musik für Orchester, op. 10 (1937), und Einojuhani Rautavaaras 7. Sinfonie (1994) die unfreiwilligen Hauptrollen spielen:

http://www.zeit.de/kultur/musik/2018-02/musik-metadaten-spotify-klassische-musik-plagiat

Wer möchte, kann die beiden Stücke auf YouTube vergleichen. Aber wer weiß, evtl. handelt es sich ja weder um Rautavaraa noch Blacher?

P.S.: Eine kritisch-informierte Haltung gegenüber digitalen Tools ist momentan u.a. auch Thema in dem Kurs „Willkommen in der Matrix: Digitale Anwendungen für die Musikanalyse in Theorie und Praxis“ am Musikwissenschaftlichen Seminar. Weitere Hörer sind jederzeit willkommen.